Musik im Undergrund

Für mich bezeichnet Musik im Untergrund (von engl. Underground Musik) in erster Linie, Musik die sich nicht auf die Masse bezieht sondern vielmehr einen Gegenpol zum Mainstream anbietet. Vertreter dieser Sparte richten sich nicht nach kommerziellen Bedürfnissen, sie verstehen sich eher als individuelle Künstler, die durchaus auch politische, gesellschaftliche und philosophische Probleme mit ihrer Kunst ausdrücken und thematisieren, oftmals auch damit ganz bewusst provuzieren. Wer offen gegenüber neuen Sounds ist findet hier eine Vielfalt an neuen, teils ungewönlichen Sounds. Außer dem wohl fast jedem bekannten: Gothic-Rock- Wave und Independet-Musik gibt es noch die interessanten Stile wie Ambient, Industrial/PowerElectronics und NeoFolk, die zwar schon einen großen Hörerkreis, verteilt über die ganze Welt haben, aber prozentual gesehen mit dem deutlich mehr kommerzialisierten Independet nicht mithalten kann.

In musikalischer Hinsicht, kann man gravierende Unterschiede zum Mainstream erkennen, so sind die Sounds oft sperrig d.h von metallischem Krach, oder auch schrägen ambient Teppichen bis hin zu ungewöhnlich klingenden folkigen Klängen, begleitet von Stimmen, die wie Instrumente eingesetzt werden, verzerrter Gesang oder Geschrei oder eben auch melodischer Tonart. DieVielfalt ist groß, größer als man denkt….der Mainstream hat hier einen gewaltigen Gegenpol, obwohl man hier eher von einer Minderheiten-Kultur sprechen kann.

Das Wave-Gotik-Treffen, dass alljährlich an Pfingsten in Leipzig stattfindet, bietet einer der größtmöglichen Plattform, diese ungewöhnlichen Musikstile auch vor einem größeren Publikum zu präsentieren, denn längst sind nicht nur große Wave- oder Gothikbands dort vertreten, sondern auch die oben schon beschriebenen, wenig bekannteren Musik-Genren wie Ambient, Neo-Folk oder Industrial/Power Electronics.

Weitere Infos:

darkambientradio.de/news.php

tesco-germany.com

Durch jede Stunde…

Durch jede Stunde, durch jedes Wort
blutet die Wunde der Schöpfung fort,
verwandelnd Erde und tropft den Seim
ans Herz dem Werde und kehret heim.
Gab allem Flügel, was Gott erschuf,
den Skythen die Bügel dem Hunnen den Huf -
nur nicht fragen, nur nicht verstehn;
den Himmel tragen, die weitergehn,
nur diese Stunde ihr Sagenlicht
und dann die Wunde, mehr gibt es nicht.
Die Äcker bleichen, der Hirte rief,
das ist das Zeichen: tränke dich tief,
den Blick in Bläue, ein Ferngesicht:
das ist die Treue, mehr gibt es nicht,
Treue den Reichen, die alles sind,
Treue dem Zeichen, wie schnell es rinnt,
ein Tausch, ein Reigen, ein Sagenlicht,
ein Rausch aus Schweigen, mehr gibt es nicht.

Benn, 1933

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